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Unser Einsatz für Teodora in El Salvador

Gegenwärtig kümmern wir uns um Teodora del Carmen Vásquez, eine 31-jährige Frau aus El Salvador. Sie sitzt seit 2008 wegen einer angeblichen Abtreibung im Gefängnis und verbüßt eine 30-jährige Haftstrafe.

In El Salvador sind – wie auch in der Dominikanischen Republik und in Chile – Schwangerschaftsabbrüche absolut verboten. Dies führt dazu, dass Frauen trotz schwerer oder gar lebensbedrohlicher gesundheitlicher Probleme die Schwangerschaft nicht beenden können. Auch für das medizinische Personal gilt das absolute Verbot von Abbrüchen. Schwangere erhalten daher keine angemessene medizinische Beratung und Betreuung. So müssen sie entweder mit den Risiken der Schwangerschaft leben oder aber sie lassen illegal abtreiben, riskieren dabei ihr Leben und werden womöglich angeklagt und verurteilt. Selbst nach einer Vergewaltigung gilt das absolute Abtreibungsverbot. Mädchen und Frauen aus ärmeren Familien sind von dieser Gesetzgebung besonders hart betroffen.

Teodora del Carmen Vásquez hatte bereits einen Sohn, als sie erneut schwanger wurde. Als sie im Juli 2007 im neunten Monat ihrer Schwangerschaft während ihrer Arbeit als Dienstmädchen Schmerzen bekam, verständigte sie den Notarzt, der jedoch nicht kam. Nach einer Fehlgeburt wurde sie wegen des Verdachts auf Abtreibung festgenommen und zu 30 Jahren Haft verurteilt. Einen Rechtsanwalt zu ihrer Verteidigung konnte sich ihre Familie nicht leisten.

Teodora steht mit diesem Schicksal nicht allein. Sowohl in El Salvador als auch in anderen lateinamerikanischen Ländern wurden und werden Frauen wegen des Vorwurfs, die Schwangerschaft abgebrochen zu haben, angeklagt und verurteilt. In diesen Ländern stehen Frauen, die Fehlgeburten erlitten, automatisch unter Verdacht. Es geht aber nicht nur um solche Fälle. Es geht auch um die Kriminalisierung von Frauen, die gezwungenermaßen illegal abtreiben, weil sie keinen anderen Ausweg sehen. Oft bezahlen sie dies mit ihrem Leben. Laut WHO sterben bei illegalen Schwangerschaftsabbrüchen etwa 11 % der Frauen und Mädchen. Dies ist auch eine Tragödie für ihre Familien.

In unserer Arbeit für amnesty international setzen uns daher sowohl für die Freilassung von Teodora und anderer Frauen in El Salvador ein, die aus ähnlichen Gründen inhaftiert sind. Zugleich fordern wir die Aufhebung von Gesetzen, mit denen Schwangerschaftsabbrüche unter Strafe gestellt werden.

Wie sieht das konkret aus? Wir schicken Postkarten an Teodora, um ihr im Gefängnis Mut zu machen und sie wissen zu lassen, dass wir sie unterstützen, wir schreiben an den Justizminister und fordern Teodoras Freilassung und eine Änderung der diskriminierenden Gesetze und wir wenden uns an die Parlamentsmitglieder – vor allem an die weiblichen -, um von ihnen ebenfalls eine Reform der Gesetzgebung zu verlangen. Im Juni 2016 wurden dem Justizminister von El Salvador 250.000 Unterschriften für die Freilassung von Teodora übergeben. Weltweit hatten sich ai-Mitglieder daran beteiligt – auch wir!

Wenn Sie mehr über El Salvador und die Lage der Frauen erfahren möchten:

Jahresbericht 2016 von amnesty international zu El Salvador

Informationen der ai-Koordinationsgruppe El Salvador

Bericht über die Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen in El Salvador